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Firmenwagen

Dienstwagen zu besteuern ist ein echtes Ärgernis. Das gilt insbesondere für alle Investitionsgüter und insbesondere für Ihren Firmenwagen. Zuweisung eines Mischwagens an. Straffung der Nachweispflicht für den Dienstwagen. Eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs beschämt die Steuerbehörden in Bezug auf den Vorsteuerabzug für Firmenfahrzeuge.

Firmenwagen: Wie man die Steuerbehörden bremst

Steuerexperte Dr. Richard Moser, Göttingen, erklärt, wann und wie Sie beim Kauf von Gebrauchtfahrzeugen einen höheren Steueraufwand einfordern. Dienstwagen zu besteuern ist ein wahres Problem. Dies betrifft vor allem Bauern, die oft Gebrauchtwagen kaufen oder geschäftlich nützen. Auch wenn 70 bis 80 Prozent der zurückgelegten Streckenkilometer betriebsbedingt sind, können Sie oft nur 20 bis 30 Prozent der tatsächlich anfallenden Steuerkosten einfordern.

Das liegt an der so genannten 1%-Regel, die zu einem viel zu hohen privaten Anteil an den Kfz-Kosten führen. Beispiel aus der praktischen Anwendung zeigen die Übersichtskarte Nr. 2 Schweinezüchter Werner Müller (Name geändert) kaufte vor kurzem einen Mercedes Kombi vom Typ CDI für 12 500 - ein richtiges Preisschnäppchen für das Jahr 2001 und 120 000 Kilometerleistung.

Müller weiss aus der Geschichte, dass er jedes Jahr rund 12.000 Kilometer mit dem PKW anreisen wird. Nach seiner Einschätzung sind rund 70% davon operativ organisierte Reisen. Wird das kombinierte Fahrzeug zu mehr als 50 Prozent genutzt, muss es für steuerliche Zwecke in das Geschäftsvermögen einbezogen werden. Damit sind alle anfallenden Aufwendungen (Abschreibungen, Versicherung, Steuer, Reparaturen, Dieseltreibstoff) als Betriebskosten abzugsfähig.

Für die Privatfahrten muss jedoch ein privater Anteil festgelegt werden, der den Ertrag dementsprechend steigert. Unterm Strich hat nur die Summe (Gesamtkosten minus Privatanteil) einen gewinnbringenden oder steuerreduzierenden Effekt. Wenn Sie kein sehr ausführliches Logbuch führen, muss der private Anteil nach der sogenannten 1%-Regel berechnet werden. Der Bruttolistenpreis inklusive des Zubehörs liegt in unserem Beispiel bei 47 100 , so dass der private Anteil 471 pro Kalendermonat bzw. 5 652 pro Geschäftsjahr liegt.

Der jährliche Aufwand wird wie folgt berechnet:: Als Gebrauchtfahrzeug kann der Kombi über eine geschätzte Restlaufzeit von 4 Jahren abgewertet werden. Versicherung und Taxen sowie Reparatur und Benzin belaufen sich auf 3 850 , so dass der Mercedes 6 975 ? pro Jahr kostet.

Die 1%-Regel klassifiziert jedoch 5.652 ? dieses Betrags als "privat", d.h. 81,03%. Mit anderen Worten: Obwohl schätzungsweise 70 Prozent des Autos für betriebliche Zwecke verwendet werden, haben weniger als 20 Prozent der tatsächlich angefallenen Ausgaben (1.323 Euro) für den Bauern Müller einen ertrags- oder steuermindernden Effekt. Umso lästiger wird es, wenn der Kombi im fünften Jahr nach der Beschaffung ausrangiert wird.

In diesem Fall überschreitet der berechnete private Anteil nach der 1%-Regel den Gesamtpreis des Autos noch. Das Finanzamt hat eine Verordnung erlassen, wonach nur die Aufwendungen auszubuchen sind. Der steuerwirksame Betriebsaufwand reduziert sich auf 0 ?, obwohl wir von steigenden Reparaturkosten ausgegangen sind. Damit dies nicht passiert, muss Müller ein vollständiges, ausführliches Logbuch erstellen.

Wenn er den Steuerbehörden nachweist, dass 70 Prozent des Kombis wirklich benutzt werden, kann er auch 70 Prozent der Ausgaben von der Steuer abziehen. Aus diesem Grund gilt in der Regel weiterhin die ungünstige 1%-Regel. Viel vorteilhafter wäre es, wenn sich herausstellen würde, dass seine Einschätzung der Firmenfahrten (ca. 70 %) zu hoch ist und er nur 45 Prozent des eingesetzten Kombis für betriebliche Zwecke einsetzt.

Auf Wunsch kann das Fahrzeug im Geschäftsvermögen bleiben. Die Kunst besteht jedoch darin, dass der private Anteil nicht mehr nach der 1%-Regel zu bestimmen ist, sondern der eigentliche Nutzungsgrad als Grundlage verwendet wird, der zu bestimmen oder zu schätz..... Müller's gebrauchte Mercedes kostet jährlich 6.975 ?.

Übernimmt das Steueramt die Trennung zwischen 45% operativ und 55% persönlich, ergibt sich für uns das folgende Ergebnis: 55% von 6.975 ? = 3.836 ? für den privaten Gebrauch. Allerdings sind 45% von 6.975 ? = 3.139 ? als Betriebsausgaben zu versteuern!

Dies sind 1.816 Euro mehr pro Jahr als im ersten Falle (1%-Regel)! Trotz der geringeren operativen Verwendung sind die steuerabzugsfähigen PKW-Kosten damit wesentlich größer. Wichtiger Hinweis: Mit 45% der auf dem Hof genutzten Fläche hätte der Bauer Müller noch eine weitere Möglichkeit. Der gebrauchte Kombi könnte eher privaten als geschäftlichen Vermögenswerten zugeordnet werden (siehe Box auf S. 43).

Alle Kosten für das Auto wären dann von Anfang an Privatsache. Er könnte dann jedoch 0,30 ? pro gefahrene Strecke in Rechnung stellen. Mit einer jährlichen Gesamtproduktion von 12.000 Kilometern und einem Anteil von 45% würde sie etwa 5.400 Kilometern pro Jahr abdecken. So konnte er 5 400 x 0,30 = 1 620 pro Jahr als Betriebsausgabe einfordern.

Wenn er das Auto als Wirtschaftsgut verwaltet, ist der Steuerabzug nahezu verdoppelt (3.139 ?). Man darf jedoch nicht übersehen, dass bei Pkw im Geschäftsvermögen ein zu versteuernder Gewinn anfallen kann, wenn das Fahrzeug später wiederveräußert wird. Dadurch verringert sich der Nutzen höherer laufender Betriebskosten.

Doch für Bauer Müller ist die Betriebslösung billiger, wie Grafik 2 aufzeigt. Wenn das Auto als Privatbesitz gilt, kann Müller für Geschäftsreisen in 6 Jahren 9.720 als steuerliche Aufwendungen einfordern. Ist es dagegen als Geschäftsvermögen klassifiziert, beträgt es 17.640 ?. Dies entspricht einem Anstieg der steuerwirksamen Betriebskosten um knapp 8.000 ?.

Veräußert Müller das Auto nach 6 Jahren für 3 000 , muss er diesen Wert als Ertrag besteuern, da der Mercedes dann vollständig wertberichtigt wird (kein Buchwert). Abzüglich der 3.000 ergibt sich jedoch noch ein Steuervorteil von knapp 5.000 , den er in den 6 Jahren höherer Betriebskosten einfordert.

Dass Müller für das damals 14-jährige Auto mit 200.000 Kilometern Fahrleistung mehr als 8.000 Euro erhält, ist angesichts der Robustheit des Autos im Einsatz wenig wahrscheinlich. Die steuergünstigere Zuordnung eines solchen Fahrzeugs zum Privat- oder Geschäftsvermögen muss daher im jeweiligen Fall immer grob errechnet werden.

Doch wie kann Müller - oder wie können Sie es dem Fiskus beweisen oder glaubwürdig machen, dass ein Auto nur für geschäftliche Zwecke zwischen 10 und 50 Prozent ausgenutzt wird? Sie haben kaum eine Möglichkeit, wenn z.B. nur ein geeignetes Auto zur Verfügung steht und dessen Einsatz deutlich über 50% liegt.

Auf der anderen Seite zeigen die Erfahrungen, dass die Bauern die auf dem Bauernhof zurückgelegten Wege oft überbewerten. Oft gibt es auf einem Bauernhof zwei oder drei Autos, die alle für private und geschäftliche Zwecke eingesetzt werden. Dadurch wird es einfacher, die Steuerbehörden davon zu überzeugen, dass beispielsweise die operative Verwendung von Einzelfahrzeugen nur 40 oder 45 % ausmacht.

In ihr vermerken Sie den Kilometerstand zu Beginn und am Ende der Periode sowie alle Einsatzfahrten (jeweils mit Ursache und Entfernung). Der Quotient aus den Betriebskilometern und der Gesamtdistanz im Erfassungszeitraum führt dann zum betrieblichen Nutzen. Es ist natürlich nicht empfehlenswert, die 3-Monats-Rekorde zu einem Zeitpunkt aufzustellen, zu dem es kaum Betriebsausflüge gibt.

Insbesondere die Bauern, die Gebrauchtwagen kaufen und auf dem Bauernhof einsetzen, sind die Loser der 1%-Regel zur Bestimmung des Selbstbehalts. Beträgt die operative Verwendung eindeutig über 50%, haben Sie kaum eine andere Möglichkeit. Das Fahrzeug ist dann Pflichtteil des Betriebsvermögens, der private Anteil ist nach der 1 %-Regel zu errechnen.

Bei Personenkraftwagen, von denen nur etwa die Hälfe (oder weniger) für Betriebszwecke verwendet werden, ist die Situation anders. Oft ist es hier den Aufwand wert, z.B. durch bloße Nachweise über 3 Monaten zu beweisen, dass die operative Verwendung 40 oder 45 % ist. Dann können sie oft erheblich erhöhte Kfz-Kosten als Betriebsausgaben einfordern.

Die 1%-Regel ist dagegen besser, wenn ein vergleichsweise neues Firmenfahrzeug gekauft wird. Der hohe Wertverlust führt dann zu erhöhten Kosten, und der private Anteil unter der 1%-Regel liegt oft im Rahmen von etwa 40 bis 50%. Dies ist immer noch nicht optimal, wenn 70 bis 80 Prozent oder mehr des Fahrzeugs für betriebliche Zwecke ausgenutzt werden.

Aber es schmerzt weniger als der gebrauchte Mercedes Kombi von Schweinealter Müller.

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